Pressemeldung

Quelle: kress-report Nr. 45/2001 vom 09.11.2001 (S. 21)

e-paper versilbern will die "Rhein-Zeitung" ("RZ")

Seit Sommer erscheint das Koblenzer Regionalblatt in einer Online-Version namens e-paper, die in Aussehen und Umfang exakt der gedruckten Ausgabe entspricht (kressreport Nr. 23/2001). Bislang können Abonnenten der Printausgabe e-paper ohne Aufpreis unter http://rhein-zeitung.de beziehen. Jetzt läutet Joachim Türk, Geschäftsführer der RZ-Online GmbH, das Ende der Testphase ein: Vom 1. Januar 2002 an gibt es e-paper nur noch gegen Extra-Zahlung. Die "RZ" wird vier Produkte auf den Markt werfen: Printabonnenten bekommen e-paper gegen einen geringen monatlichen Obolus zusätzlich und können zugleich das Online-Archiv nutzen (die Preise stehen noch nicht fest). Wer etwas tiefer in die Tasche greift, erhält eine weitere Lokalausgabe in digitaler Form. Nicht-Abonnenten der Zeitung können das Online-Archiv und die online gestellten Lokalteile durchforsten, müssen aber für jeden Artikel zahlen. Nur die Leser im Ausland können e-paper abonnieren, ohne auch die gedruckte Zeitung zu beziehen.

7.000 "RZ"-Abonnenten nutzen nach Türks Angaben bisher e-paper. Er hofft, dass rund ein Drittel davon bereit ist, vom kommenden Jahr an extra zu zahlen. Im Ausland hat er 500 Abonnenten als Ziel anvisiert. In Deutschland steht das reine E-Abo zunächst nicht auf der Tagesordnung. "Das Ausland ist für uns der Testfall", sagt Türk. Hintergrund: Die IVW entscheidet frühestens im Mai 2002, ob Online-Zeitungen wie e-paper bei der Zählung der Printauflagen berücksichtigt werden. Ein positives Votum wäre vermutlich für viele Unternehmen das Startsignal für die Einführung von E-Abos. Möglicherweise auch für die "Financial Times Deutschland" und die "Welt", die Abonnenten im Netz bereits jetzt PDF-Fassungen ihrer Printausgaben anbieten. Eine Aussage von Joachim Türk wird bestimmt Widerhall in der deutschen Medienlandschaft finden, in der Internet-Projekte gerade allerorten den Sparkommissaren zum Opfer fallen: Sollte die "RZ" ihre Planzahlen erreichen, wären die laufenden Kosten für e-paper "mehr als gedeckt".

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